Venezuela: Dollar oder nicht Dollar, das ist hier die Frage! (2. erw. Fassung)

Im Kommentar „Ein etwas anderer Rückblick“ der am 31.12.2018 auf der Seite der Aktiven Bürger Bornheim (ABB) veröffentlicht wurde, werden im letzten Teilbereich unter anderem global agierende, selbsternannte Spielführer genannt, die immer wieder neu das oft tödliche Spiel von „Krieg und Frieden“ einfädeln (2).

Zur Zeit steht das südamerikanische Land Venezuela im Fadenkreuz dieser Kräfte (3).

Immer wieder aufs Neue fädeln diese Kräfte ihr möglicherweise tödliches Spiel ein. Was verbindet Gaddafi (ehemaliger Staatschef, Lybien ), Saddam Hussein (ehemaliger Staatschef, Irak) und Maduro den legitimen Staatschef Venezuelas?

Alle drei wollten ihr gefördertes Erdöl nicht mehr über den Dollar abrechnen. Dabei kamen sie einem Kartell sehr machtgieriger Mächte und Schattenbanken (7.) in die Quere. Diese Pläne waren für Muammar al-Gadaffi und Sadam Hussein tödlich, sie wurden ermordet und ihre Länder wurden durch kriegerische Eingriffe von außen mit Unterstützung der USA und einiger EU-Länder zerstört.

Durch Bombenangriffe auf (Lybien, Irak) wurden politische Ordnungen zerstört und das betroffene Volk gefügig gemacht. Alternativ lässt man die Menschen hungern (Sanktionen) wie zur Zeit aktuell in Venezuela. Venezuela wurde aber auch durch eine teilweise falsche Wirtschaftspolitk geschädigt. Die Einnahmen wurden fast ausschließlich in soziale Projekte gesteckt. Eine Entwicklung zum nachhaltigen Aufbau einer Industrie, die eine gewisse Unabhängigkeit vom Ölpreis gewährleistet hätte, wurde versäumt. Die Verarmung weiter Teile der Gesellschaft ist insbesondere den unglaublich brutalen Sanktionen zu verdanken, unter denen jedes Land und seine Regierung in die Knie gezwungen werden kann (4.).

Durch lebensbedrohlichen Druck in Folge von fehlender Nahrung und Medikamenten wird jedes Volk manipulierbar. Da wirkt die Aussage des selbsternannten Gegen-Präsidenten Guaido, der die Wirtschaftssanktionen gegen sein Land unterstützt, schon ziemlich eigenartig, wenn er verspricht schnelle Hilfslieferungen für das arme Volk erst nach der Beseitigung des derzeitigen Präsidenten in die Wege zu leiten.

Wie aus dem Nichts hat sich der Parlamentspräsident Juan Guaido zum neuen Übergangspräsidenten erklärt und wurde von Amerika auffallend schnell anerkannt (8. 9.) Das ist verfassungswidrig weil die Bedingungen dafür nach Artikel 233 der venezolanischen Verfassung nicht vorliegen (10. 11.). Das EU Parlament hat aus angeblich “demokratischen Gründen” den “Übergangspräsidenten” anerkannt. Russland, China, Kuba, die Türkei und die links orientierten südamerikanischen Staaten stehen nach wie vor zu Maduro.

Die Lage ist sehr angespannt. Die deutsche Regierung hat dem Venezulanischen Präsidenten Maduro eine Frist von einer Woche zur Ausrufung von Neuwahlen gesetzt, sonst würde man Guaido als Übergangspräsidenten Guaido anerkennen. Mit dieser Drohung unterstützt Deutschland offen die selbsternannten Spielführer, die Zauberer der Sanktionen und mischt sich in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes ein (5). Es ist unvorstellbar, dass Venezuela umgekehrt der Bundesrepublik Deutschland ein solches Ultimatum stellen würde. Wo ist die diplomatische Seriösität der deutschen Außenpolitik geblieben? Inzwischen hat auch die Bundesregierung den “Übergangspräsidenten” anerkannt.

Die deutsche Berichterstattung über Venezuela ist negativ und erschreckend einseitig. Die Stellungnahme der venezolanischen Regierung kommt im Gegensatz zur Opposition in der deutschen Berichterstattung nicht vor (14.). Die deutsche Berichterstattung bildet die Lage in Venezuela völlig unkorrekt ab. Medial wird in Deutschland eine von den USA bereits geforderte militärische Intervention schon vorbereitet. Der Regierung Venezuelas werden politische Morde, Entführungen, Vergewaltigungen, Wahlfälschungen und alles erdenklich “Böse” unterstellt.

Über Demonstrationen gegen die Regierung in Venezuela wird in unseren Medien ausführlich berichtet. Wesentlich größere Demonstrationen für die Regierung in Venezuela werden in unserer Presse unterschlagen oder herabgewürdigt. Wir kennen das schon aus der Berichterstattung zu Lybien (angebliche Unterdrückung des Volkes), dem Irak (herbei gelogene Massenvernichtungswaffen) und auch aus Syrien (angeblicher Krieg gegen das eigene Volk) zur Genüge. Nachprüfbare Beweise zu den Vorwürfen gegen Maduro werden natürlich nicht zur Verfügung gestellt. Warum auch, es geht ja nicht um eine objektive Berichterstattung über die Probleme in Venezuela. Es geht um das Abstempeln der den USA unliebsamen Maduro-Regierung zu Verbrechern, die “im Namen der Demokratie beseitigt werden müssen”.

Es ist wichtig sich auch über alternative und ausländische Medien eine Meinung zu bilden. Die Wahrheit liegt oft auch auf der anderen Seite.

Russlands Ölreserven werden oft überschätzt
Erdölreserven

Wir möchten diesen Internetartikel mit zwei Zitaten von Bismark und Marx beenden:

“Lügen können Kriege in Bewegung setzen. Wahrheiten hingegen können ganze Armeen aufhalten.”

“Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren.“

Es geht den Gegnern Maduros nicht um Demokratie und Gerechtigkeit in Venezuela sondern um die Kontrolle der Erdölförderung, um Macht, Geld, Profite und um die Verhinderung der Abschaffung des Petrodollars (6. 12.).

Paul Breuer, Adelheid Wirtz


  • NEU – 1. Nachtrag vom 05. Februar 2019
  • Die wichtigsten Sanktionen gegen Venezuela, Quelle teilweise GA (4.)
  • Erdölembargo
  • Staatseinnahmen im Ausland fließen auf Konten der Opposition !!!
  • Naphtaeinführverbot (zur Verflüssigung des geförderten Erdöls zur Pipelinetauglichkeit)
  • Benzineinfuhrverbot (eigene Produktion nicht ausreichend)
  • USA stoppt Einfuhr von Erdöl aus Venezuela (41% Anteil am Export)
  • Teile des stattlichen Erdölkonzerns PDVSA im Ausland beschlagnahmt
  • Vermögen und Gewinne von PDVSA und Citgo in USA blockiert (Sperrkonto) (11.)
  • kein Zugriff mehr auf Goldreserven in Ausland (1,2 Milliarden Dollar, Bank of England) (8. 9.)
  • Embargo für Goldausfuhr (Venezuela produziert Gold, Kunde z. B. Dubai)
  • Einfuhrverbot von Ersatzteilen zur Erdölproduktion

Zitat aus dem GA vom 4. Februar 2019: “Nach Schätzungen von Oliveros verfügt die Regierung derzeit über 3 Milliarden US-Dollar für dringende benötigte Importe. Das reicht für drei Monate. Sollte sich die politische Sackgasse bis dahin nicht auflösen, wird sich die Versorgungskrise verschärfen. Ob Verbündete wie Mexiko dann einspringen und beispielsweise billig Lebensmittel liefern werden, ist unklar. Ökonomen rechnen für 2019 durch Sanktionen mit einem Einbruch der Ölproduktion auf 500.00 Barrel täglich und einer neuerlichen Schrumpfung der Wirtschaft auf 25 Prozent.”

So steht es ungeschönt in der Presse. Fazit: Mit solch brutalen Sanktionen kann jedes Land ruiniert werden und die demokratische Öffentlichkeit schaut zu und schweigt und unsere Bundesregierung macht noch mit! Die Überschrift zum Artikel des General-Anzeigers, “Der Poker um Venezuelas Öl” lässt allerdings auch keinen Zweifel mehr zu, um was es in Venezuela wirklich geht und um was nicht! Sehr aufschlussreich ist das Interview unter „weitere Informationen“ Punkt 11.


  1. Weitere Informationen:
  2. Ein etwas anderer Rückblick
  3. Handelsblatt: Venezuela – Nachrichten aus der südamerikanischen Republik
  4. General-Anzeiger: Der Poker um Venezuelas Öl (04.02.2019)
  5. Venezuela: USA orchestrieren Putsch, um russischen Militärpunkt zu verhindern
  6. Was uns über Venezuela verschwiegen wird
  7. Wikipedia – Schattenbanken
  8. Sobald die USA das Öl haben sind ihnen Venezolaner egal   Neu
  9. Venezuela: US-Sanktionen “Troika des Schreckens”   Neu
  10. Artikel 233 der Verfassung: Parlamentspräsident übernimmt Amt des Präsidenten wenn  Neu
    – Präsident zurück tritt
    – Präsident gestorben ist
    – Referendum stimmt für Absetzung des Präsidenten
    – Präsident hat mentales Problem
    – Präsident nimmt Amt nicht wahr
  11. Interview mit venezolanischem Botschafter: USA sind bereit für Invasion   Neu
  12. USA werden den Petrodollar mt Krieg zu retten versuchen   Neu
  13. UNO betont Neutralität – Maduro wendet sich an den Papst   Neu  leider nicht mehr verfügbar!!
  14. Nicolás Maduro Interview: “Ich will nicht als Verräter in die Geschichte eingehen”  Neu

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