Zukünftige Gestaltungsmöglichkeiten der Bornheimer Wasserversorgung nicht durch langfristige Lieferverträge verhindern! (erw. Fassung)

Versickerungsbrunnen für das in Widdig geförderte Rheinwasser. Es gibt 5 Versickerungsbrunnen.

Mit dem Start der Umstellung auf weicheres Wasser konnten wir als ABB eine wichtige Forderung aus unserem Wahlprogramm (***) zumindest teilweise umsetzen. Die Wasserumstellung wurde bereits verbindlich auf der Ratssitzung vom 13.07.2017 beschlossen.

– Umstellung der Wasserversorgung auf 60% Wasser vom WBV (*) und 40% Wasser vom WTV (**) bis Ende 2017
– Weitere Umstellung der Wasserversorgung 50% WBV und 50% WTV ab 2020

Der Bürgermeister hat schon seit längerem darüber gesprochen, eventuell mit beiden Verbänden langfristige Lieferverträge (20 Jahre !!) aushandeln zu wollen.

Förderbrunnen für Sickerwasser im Widdig, ca. 50 m vom Rhein entfernt

 

Darüber haben wir intern ausführlich diskutiert. Nach dem Abstimmungstext des Bürgerbegehrens war von “langfristigen Verträgen” die Rede. Das Bürgerbegehren ist mit einer Mehrheit von ca. 51% Nein-Stimmen abgelehnt worden und auch am 20% Gültigkeitsquorum gescheitert. Die Bornheimer Bürger wollen, wenn man das Abstimmungsergebnis ernst nimmt, keine langfristigen Lieferverträge.

Es ist aus unserer Sicht nur eine Frage der Zeit, bis die Schadstoffe, die seit Jahrzehnten im Bereich der chemischen Industrie und der Landwirtschaft in das Grundwasser und in den Rhein abgelassen werden, nicht mehr wirtschaftlich ausgefiltert werden können. Spätestens dann sind Schließungen von Uferfiltratbrunnen bzw. Brunnen im Bereich der landwirtschaftlichen Massenproduktion zwingend. Der WBV fördert ausschließlich Rheinwasser (siehe 2. und 3.), Wasser im Bereich der landwirtschaftlichen Massenproduktion (siehe 4.) und in der Nähe chemischer Großbetriebe (siehe 5.). Das darf bei den Diskussionen nicht vergessen werden.

Es gibt in Bornheim nicht nur die Bezugsmöglichkeit von Wasser über den WBV und den WTV. Im Widdiger Feld, in der Nähe des Bornheimer Wäldchens, sind die still gelegten Förderbrunnen der Stadt Bornheim (Wasserwerk Eichelkamp) nach wie vor vorhanden. Dort werden jetzt die Wasserlieferungen des WBV und des WTV gemischt und über 2 Versorgungsleitungen zum Vorgebirge und zu den Rheinorten weiter geleitet. Da die Nitratverunreinigungen durch Überdüngung im Einzugsbereich der Bornheimer Förderbrunnen immer noch zu hoch sind, müssen wir in Bornheim Wasser vom WBV und vom WTV einkaufen. Wir haben leider in der Vergangenheit unser Grundwasser im Bereich der eigenen Brunnen zur Wasserförderung durch massive Überdüngung verseucht!

Durch die durchaus erfolgreiche Zusammenarbeit der Wasserverbände mit der Landwirtschaft sind die im Bornheimer Grundwasser nachweisbaren Nitratwerte zwar immer noch zu hoch, sie sind jedoch im Laufe der Jahre merklich gesunken. Folglich sollte die Möglichkeit, in der Zukunft das eigene Wasser wieder zu fördern, um teurere Einkäufe zu vermeiden, nicht durch langfristige Lieferverträge mit den Zulieferern WBV und WTV verhindert werden.

Es ist aus der Sicht des WBV verständlich, einen langfristigen Liefervertrag mit der Stadt Bornheim abzuschließen. Es ist jedoch nicht unsere vordringliche Bornheimer Aufgabe und auch nicht die Aufgabe des Bürgermeisters, die wirtschaftlichen Interessen des WBV durch einen langfristigen Liefervertrag zuungunsten der Bornheimer Interessen abzusichern. Auf der Betriebsausschusssitzung vom 15. März 2018 wurde über die Möglichkeit des Abschlusses von langfristigen Lieferverträge diskutiert.

  • Die Position der ABB dazu ist eindeutig. Wir wollen spätestens in der nächsten Legislaturperiode eine weitere Umstellung der Wasserversorgung auf 25% WBV-Wasser und 75% WTV-Wasser. Wir wollen nur soviel WBV-Wasser kaufen, wie es dem Anteil der Stadt Bornheim am WBV entspricht (25%) und nicht mehr.
  • Aus diesem Grunde ist es kontraproduktiv langfristige Lieferverträge mit den Wasserverbänden WBV und WTV auszuhandeln und erst recht nicht verbindlich abzuschließen.
  • Eventuellen Klageandrohungen durch Einzelpersonen, aber auch vom WBV, wenn keine langfristigen Lieferverträge geschlossen werden, sehen wir als ABB völlig gelassen entgegen! Durch Drohgebärden lassen wir uns nach wie vor nicht beeindrucken!
  • Die Option, irgendwann wieder eigenes Wasser vom Wasserwerk Eichelkamp zu fördern, muss erhalten bleiben.

Die Stadtbetriebe werden zukünftig regelmäßige Wasserproben im Wasserwerk Eichelkamp ziehen, um eine Prognose erstellen zu können, wann wieder eigenes Wasser gefördert werden könnte. Dies sagte der Stadtbetrieb auf Anfrage der ABB auf der Sitzung zu.

(*) WBV: Wasserbeschaffungsverband Wesseling – Hersel
(**) WTV:  Wahnbachtalsperrenverband
(***) Kommunalwahlprogramm der ABB


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